Abbau und Leistung des Salzbergwerks Berchtesgaden
Verfahren nasser Abbau
Ausdehnung eines Bohrspülwerks < 160 m Länge / < 120 m Breite / < 125 m Höhe
Anzahl derzeit aktiver Bohrspülwerke 30
Täglicher Abbaufortschritt im Bohrspülwerk circa 1 cm nach oben
Nutzbare Abbauhöhe im Bohrspülwerk 100 m
Betriebsdauer eines Bohrspülwerks circa 30 Jahre
Solegewinn pro Bohrspülwerk während der gesamten Betriebsdauer circa 1.300.000 m³
Solegewinn des Salzbergwerks pro Jahr circa 850.000 m³
Frischwasserbedarf für das Salzbergwerk rund 3.000 m³
Stromerzeugung durch 3 Wasserturbinen 2.000.000 kWh*

*Bei einem durchschnittlichen Verbrauch eines 2-Personen-Einfamilienhauses mit 4.500 kWh könnte das Salzbergwerk somit circa 440 Einfamilienhäuser ein Jahr lang mit Strom versorgen.

Ausdehnungen der Berchtesgadener Lagerstätten

aufgeschlossen
von Süd-Westen nach Nord-Osten 4,5 km
von Nord-Westen nach Süd-Osten 1,5 km
im Abbau befindlich
von Süd-Westen nach Nord-Osten 2,5 km
von Nord-Westen nach Süd-Osten 1,5 km
nachgewiesene Lagertiefe 500 m unter der Talsohle
vermutete Lagertiefe 1.000 m unter der Talsohle
Salzgehalt im Gebirge circa 50 %
Besichtigung
Besucher pro Jahr rund 320.000
Streckenlänge der Besucher-Grubenbahn 1.400 m
Temperatur unter Tage +12 Grad
Länge der ersten Rutsche 34 m
Länge der zweiten Rutsche 40 m
Dauer der Besichtigung (inkl. An- und Auskleiden der Grubenkleidung) 1,5 h

Begriffe

Nasser Abbau
In Berchtesgaden wird das Salz im sogenannten "nassen Abbau" gewonnen. Dabei wird Süßwasser in das Gebirge eingeleitet, das das Salz aus dem Mischgestein herauslöst. Es entsteht Sole, also eine konzentrierte Salzlösung mit 26,5% Salzgehalt. Am Prinzip des nassen Abbaus hat sich bis heute nichts geändert. Die Sole wird in sogenannten Bohrspülwerken gewonnen.

Kernbohrung
Bis in 400 m Tiefe unter Abbaustreckenniveau werden zur Feststellung des erforderlichen Mindestsalzgehaltes im Gestein Proben durch Bohrungen entnommen.

Bohrspülwerk
Für die Gewinnung von Sole im nassen Abbau wird zunächst ein Hohlraum erschlossen. Dieser wird mit Süßwasser gefüllt. Das Wasser hat die Aufgabe, die wasserlöslichen Bestandteile, also auch das Salz, an Decke und Wänden aus dem Gebirgsverband herauszulösen. Die unlöslichen Bestandteile des Gesteins sinken nach unten und setzen sich am Boden ab. Der Hohlraum vergrößert sich durch ständig neu eingeleitetes Süßwasser. Dieser Vorgang wird solange wiederholt, bis ein 3.500 bis 5.000 Kubikmeter großer sogenannter Initialhohlraum fertiggestellt ist.

Solegewinnung
Die kontinuierliche Solegewinnung beginnt, wenn die Deckenfläche des Hohlraumes circa 3.000 m2 erreicht hat. Täglich werden etwa 1 cm Gestein aus der Deckenfläche gelöst. Bei einer Abbauhöhe von 100 m kann ein Bohrspülwerk rund 30 Jahre genutzt werden; in dieser Zeit erzeugen wir über 1,3 Millionen Kubikmeter gesättigter Sole.

Sole
Gesättigte Salz-Lösung, also Salzwasser, das den maximal möglichen Anteil von 26,5% Salz enthält. In Berchtesgaden entsteht Sole, indem Süßwasser in das Gebirge geleitet wird und dort das Salz aus dem Gestein herauslöst. Die Berchtesgadener Sole wird zur Saline Bad Reichenhall gepumpt und dort zu Gewerbesalzen weiterverarbeitet.